Eichelgärten auf dem Gerholdsberg
Die beiden als Eichelgärten bezeichneten Wallanlagen sind vergleichsweise jung: Sie wurden zwischen 1750 und 1850 angelegt. Beide sind rechteckige, geschlossene Wallanlagen von 75 x 25 m bzw. 55 x 25 m Größe. Ihre Wälle sind noch 2 m breit und 0,40 bis 0,70 m hoch erhalten. Vor den Wällen befinden sich Gräben von etwa 2 m Breite und einem halben Meter Tiefe.
Wie schon der Name verrät, handelt es sich um Pflanzgärten, auch Pflanzkämpe genannt. Hier zog die Forstwirtschaft Eichen, seltener Fichten, heran. Mit der Umwallung und dem Graben schützte man die jungen Bäume vor dem Verbiss durch Wildtiere oder Hutevieh. Zusätzlich konnte auf dem Wall ein Bretterzaun stehen oder der Graben mit Dornenbüschen bepflanzt sein. Erreichten die Bäume eine Höhe von 2 m, wurden die Eichen als Hutebäume umgepflanzt. Nach der Auspflanzung wurden die Eichelgärten meist aufgegeben. Seit dem Mittelalter hatte die Waldmast für die Bauern große Bedeutung: Sie hüteten ihre Schweine, aber auch Schafe und Rinder im Wald. Mit der gezielten Aufforstung reagierte die Forstwirtschaft auf die Folgen der intensiven Waldnutzung durch Gläsnerei, Köhlerei und Tiermast.