Strecken-
verlauf

Gläsnerei im
Kaufunger Wald

Glasherstellung

Glashütte II im
oberen Niestetal

Gläsnerzunft

Glashütte I im
oberen Niestetal

Große
Niestehütte

Glasherstellung

Zutaten für die Glasherstellung

Sand ist der wichtigste Rohstoff zur Glasherstellung. Er schmilzt erst bei rund 1700 °C. Die Gläsner verringerten den Schmelzpunkt durch Zugabe von Asche. Eichen- und Buchenasche ist salzhaltig und verursacht die Grünfärbung des Glases. Die Gläsner bezogen die Asche von den Salzsiedereien in Sooden. Zur Erhöhung der Glashärte fügten sie dem Gemisch Kalk oder Kreide hinzu.

Glasherstellung

Nach dem Einfüllen des Gemenges in das Schmelzgefäß, Glashäfen genannt, wurde es bei Temperaturen von 1000 °C bis 1200 °C verflüssigt. Bei dieser so genannten Rauschmelze wurden Gase freigesetzt. Da sich das Volumen auf ein Drittel reduzierte, musste weiteres Gemenge aufgefüllt werden. Anschließend folgte die Läuterung. Bei Temperaturen über 1200 °C wurde die Schmelze gründlich durchmischt. Dieser Prozess dauerte insgesamt zwei Tage und zwei Nächte. Gläser aus unzureichend geschmolzener Masse zerfielen sehr bald an der Luft.
Am dritten Tag nahm der Gläsner mit einer eisernen Glasmacherpfeife eine Portion zähflüssiger Glasspeise aus dem Hafen. Durch Drehen, Blasen, Wälzen und Schwenken gab er dem Tropfen die gewünschte Form. Kantige Gläser wurden in Hohlformen eingeblasen. War das Gefäß fertig, brachte es der Lehrjunge in den so genannten Kühlofen. Dieser war an den Hauptofen angeschlossen und erhielt so seine Hitze. Hier musste das Glas langsam abkühlen, um seine Sprödigkeit und Zerbrechlichkeit zu mindern.

Ökologische Auswirkungen

Waldglashütten hatten einen großen Holzbedarf. Nach heutiger Schätzung waren gegen Ende des
16. Jahrhunderts für die Befeuerung der Öfen bis zu 20 Hektar Wald jährlich notwendig. Der jährliche Waldverlust lag bei 3,2 km² – eine Fläche von mehr als 500 Fußballfeldern. Aus Sorge um seine Wildbestände ordnete Landgraf Moritz die Stilllegung der Glashütten im Kaufunger Wald an.