Übersicht

Denklehrpfad I

Denklehrpfad II

Denklehrpfad III

Denklehrpfad I

Ein Aufstieg durch 2500 Jahre Philosophiegeschichte von Heraklit bis Wittgenstein

1. Heraklit, 2a. Sokrates bei Platon, 2b. Metrodor von Chios, 3. Platon,
4a. Aristoteles, 4b. Augustinus, 5. Giordano Bruno, 6a. René Descartes,
6b. Baruch de Spinoza, 7. Immanuel Kant, 8a. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling,
8b. Charles S. Peirce, 9. Ludwig Wittgenstein

2500 Jahre Philosophiegeschichte in 13 Stationen, jeweils reduziert auf einen Satz, der auf den Rand einer Steinplatte passt. – Was soll das? Kann das gutgehen?

Was es soll, ist schnell gesagt. Nach dem ursprünglichen, griechischen Wortverständnis heißt philo-sophia: Sich zweckfrei dem zu widmen, was es zu wissen und zu bedenken gibt; sich der theoria zu widmen, d. h. dem Zuschauen. Zweckfrei – deshalb die Ruhebänke; im Park, wohin man sich zurückzieht; am Hang und Gipfel eines Hügel, wo man in die Nähe und die Ferne blickt. Man ist hier schon Zuschauer, wenn man auf die Bänke mit ihren Inschriften stößt. Und man wird nochmals zum Zuschauer in einem zweifachen Sinn. Man beobachtet die zitierten ­Philosophen bei ihrer Arbeit oder, wo sie Paare bilden, bei ihrem Gespräch. Und vielleicht macht man sich auch probeweise ihren Blick zu Eigen. Wie einer der zitierten Philosophen die Welt betrachtet hat – warum sollte man sie nicht so sehen können?

Aber Philosophie ist keine Spruchweisheit. Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen. Sind sie, als Zeugnisse von 2500 Jahren Philosophiegeschichte, nicht deshalb auch verfälscht? Mag sein. Aber das heißt nur, dass ein Spaziergang durch den Denklehrpfad kein Studium der Philosophiegeschichte ersetzt. Vielleicht regt er dazu an. Vielleicht bleibt aber auch nur hier und da eine gewisse Verblüffung. Das wäre nicht wenig. Denn Verblüffung (man sagt oft etwas irreführend: das Staunen) ist bekanntlich der Anfang der Philosophie. Was auf diesen Anfang folgt, soll durch die Gestaltung des Denklehrpfades und die folgenden, knappen Erläuterungen nicht vorbestimmt werden.

Gottfried Heinemann

Idee: Nik Barlo jr.
Textauswahl und Kommentare: Prof. Dr. Gottfried Heinemann
Gestaltung: Dipl.-Ing. Rainer Kaczor
Stadt Grebenstein, Bürgermeister Armin Kölling, 2004
Realisiert mit finanzieller Unterstützung der SparkassenFinanzgruppe.